Zum Inhalt springen
asbest-frei.com
Entsorgung

Eternitplatten entsorgen: Kosten, Regeln und der richtige Ablauf

4. September 20266 Min. Lesezeit

Übereinanderliegende alte Wellplatten mit Rostspuren
Foto: Laker / Pexels

Die Deponiegebühr für Eternitplatten liegt in Österreich je nach Anlage bei 78 bis 265 € pro Tonne. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb mit Demontage und Entsorgung, kommt eine Dienstleistung von rund 25–50 €/m² dazu. Eternit ist Asbestzement, die Platten heißen deshalb oft auch Asbestplatten oder Wellasbestplatten. Sie gelten als fest gebundener Asbest: Das macht die Entsorgung planbar, aber nicht beliebig. Es gibt klare Regeln, was Sie selbst tun dürfen, wie Sie die Platten abbauen und wohin sie dürfen.

Rohre, Bodenbeläge, Fliesenkleber und Spritzasbest behandelt der Ratgeber Asbest entsorgen, hier geht es nur um Platten.

Dürfen Sie Eternitplatten selbst entsorgen?

Eine Privatperson, die allein am eigenen Haus arbeitet und niemanden beschäftigt, fällt nicht unter das Arbeitnehmerschutzrecht (ASchG und Grenzwerteverordnung), das gilt nur für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen. Auch die seit 31.12.2025 geltende Ermächtigungspflicht für ermächtigte Unternehmen betrifft nur diesen Kreis. Für Sie als Privatperson gilt stattdessen das Abfallrecht: Es verlangt, dass Sie beim Umgang mit den Platten die Gesundheit von Menschen nicht gefährden, praktisch heißt das, staubfrei zu arbeiten.

Ein Wort zur Vorsicht: Kein Gesetzestext und keine Kammer-Broschüre formuliert ausdrücklich „Sie dürfen selbst demontieren", die Zulässigkeit ergibt sich indirekt daraus, dass die Schutzvorschriften nur für Arbeitgeber:innen gelten. Ungeklärt ist außerdem, was gilt, sobald ein Nachbar oder Verwandter mithilft. Im Zweifel hilft ein Anruf beim zuständigen Arbeitsinspektorat.

Vorsicht bei deutschen Quellen: Die deutsche TRGS 519 mit Sachkundenachweis und 7-Tage-Anzeigepflicht gilt nur in Deutschland. Für Österreich zählen das Abfallwirtschaftsgesetz und die Grenzwerteverordnung, viele Ratgeber im Netz vermischen das.

Was beim Abbau erlaubt ist, und was nicht

Verboten ist praktisch alles, was Staub aufwirbelt: Zerschlagen, Anbohren, Schleifen, Zersägen oder der Einsatz eines Trennschleifers. Auch Hochdruckreiniger und das Ausschütteln von Planen sind tabu.

Der sichere Weg: Befestigungen lösen statt Platten brechen, in umgekehrter Verlegereihenfolge abbauen (am Dach von First zu Traufe, an der Fassade von oben nach unten), Platten ganz abheben statt herausbrechen, nichts über eine Schuttrutsche werfen. Staubende Stellen vor der Arbeit befeuchten, anfallenden Staub nass aufwischen statt kehren, nie mit dem Haushaltsstaubsauger aufsaugen.

Als Schutzausrüstung wird in der Praxis mindestens eine Staubmaske der Klasse P2 verwendet, bei größeren Mengen zusätzlich ein Einweg-Schutzanzug. Eine amtliche Vorschrift speziell für Privatpersonen gibt es dafür nicht, es handelt sich um gängige Empfehlungen der Altstoffsammelzentren.

Verpacken und wohin damit

BundeslandAnnahmestelleBesonderheit
Oberösterreich Altstoffsammelzentren 60 kg pro Anlieferung und Tag kostenlos, höchstens 500 kg im Jahr; darüber 0,16 €/kg (ab 1.1.2026, außer Bezirk Freistadt)
Wien Mistplätze / Rinter (MA 48) Mistplätze nur für in Wien Gemeldete: bis ½ m³, kein Stück größer als 90 × 90 cm; größere Platten unzerteilt zum Standort Rinter
Niederösterreich Deponien, z. B. Karlstetten (BVD) Keine landesweite Kleinmengen-Regel gefunden; Deponien wie Karlstetten nehmen kleinere Mengen auch von Privaten
Steiermark Spezialisierte Entsorger und Deponien Anlieferung meist sortenrein in Big Bags, oft mit Begleitschein
Kärnten Altstoffsammelzentrum der Gemeinde, Recyclingzentrum Villach Kleinmengen über das ASZ; Entsorger wie KAB und Gojer nehmen nur im Big Bag an
Salzburg Recyclinghof Stadt Salzburg, Recyclinghöfe der Gemeinden Eigener Eternit-Container, 0,60 €/kg (2026); in den Gemeinden nachfragen
Tirol z. B. Abfallwirtschaftszentrum Zams (Prantauer) Nur sortenrein in Big Bag oder Plattensack; keine landesweite Recyclinghof-Regel gefunden
Vorarlberg Altstoffsammelzentren der Gemeinden, z. B. Feldkirch Feldkirch: 0,43 €/kg (2026); andere ASZ vorher fragen
Burgenland Stationen des Umweltdiensts Burgenland Nicht jedes Gemeinde-ASZ nimmt Asbest an; Big Bags beim Umweltdienst

Verpacken Sie die Platten in jedem Fall staubdicht, etwa in einem Big Bag mit der Aufschrift „Asbest", und lassen Sie den Sack geschlossen. Für die private Anlieferung mit dem eigenen Auto oder Anhänger zur Annahmestelle brauchen Sie keinen Begleitschein und keine Registrierung das betrifft nur Unternehmen.

Was kostet die Entsorgung?

Zwei Kostenblöcke werden oft verwechselt: die Deponiegebühr für das Material und die Arbeitsleistung eines Fachbetriebs.

Annahmestelle Gebühr Stand
MA 48 Wien 264,50 €/Tonne laufende Tarifliste
Deponie Pannonia, Gerasdorf (NÖ) 78 €/Tonne 2022
Bernegger, Gradau (OÖ) 106,70 €/Tonne 2025
Altstoffsammelzentren (OÖ) 0,16 €/kg über der Freimenge 2026
ASZ Feldkirch (Vbg.) 0,43 €/kg 2026
Recyclinghof Stadt Salzburg 0,60 €/kg 2026

Das sind Einzelbeispiele einzelner Anlagen, kein amtlicher Durchschnitt, fragen Sie vor der Fahrt bei Ihrer Annahmestelle nach dem aktuellen Tarif. Für einen Big-Bag-Komplettservice mit Zustellung, Abholung und Entsorgung zahlen private Anbieter meist zwischen 230 € und 460 € pro Kubikmeter.

Beauftragen Sie stattdessen einen Fachbetrieb mit Demontage und Entsorgung, kommt eine Dienstleistung von rund 25–50 €/m² Dachfläche dazu ebenfalls ein Richtwert aus Einzelbeispielen, keine amtliche Statistik. Eine eigene Förderung für die Asbestentsorgung gibt es in Österreich nicht; PV- und Wohnhaussanierungsförderungen greifen nur, wenn sie mit einer energetischen Maßnahme verbunden sind.

Was bei falscher Entsorgung droht

Wer Asbestabfälle entgegen den Vorschriften sammelt, lagert oder ablagert, begeht nach dem Abfallwirtschaftsgesetz eine Verwaltungsübertretung, die Mindeststrafe liegt bei 4.200 €, in weniger schweren Fällen reicht der Rahmen von 850 bis 41.200 €. Für eine Ablagerung außerhalb einer genehmigten Anlage drohen zusätzlich ein Beseitigungsauftrag und Strafen ab 450 €.

Die teuerste Falsch-Entsorgung im Alltag: Landet auch nur ein Stück Eternit in einer normalen Bauschuttmulde, gilt der komplette Container als Asbestzement-Abfall, und wird auch so verrechnet.

Ab wann Sie einen Fachbetrieb brauchen

Über haushaltsübliche Kleinmengen hinaus, etwa bei einer größeren Dachsanierung oder im Zuge eines Abbruchs, läuft die Entsorgung nicht mehr über die normale Annahmestelle, sondern über eine Deponie mit eigenem Kompartiment für Asbestabfälle, meist per Transport durch einen ermächtigten Betrieb oder befugten Sammler. Ab dann gilt auch die Begleitscheinpflicht, die private Haushalte bei Kleinmengen nicht betrifft.

Was so ein Betrieb für Demontage und Entsorgung insgesamt verlangt und was bei einer ganzen Dachsanierung an Kosten zusammenkommt, steht im Kostenratgeber.

Weitere Fragen, etwa ob Sie ein intaktes Dach überhaupt entfernen müssen, beantworten die häufigen Fragen.

Über die Kleinmenge hinaus braucht es einen ermächtigten Betrieb

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben einmal. Wir bieten die Anfrage ermächtigten Betrieben in Ihrer Region an, zuerst ohne Ihre Kontaktdaten. Wer sie übernimmt, meldet sich direkt bei Ihnen, meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Für Sie kostenlos und unverbindlich.