Häufige Fragen zu Asbest
Die Fragen, die uns Hausbesitzer am häufigsten stellen, in der Reihenfolge, in der sie sich stellen.
Asbest erkennen
Ab welchem Baujahr muss ich mit Asbest rechnen?
Asbest wurde in Österreich bis Ende der 1980er-Jahre breit verbaut. Ab 1990 wurden Herstellung und Verwendung eingeschränkt, endgültig verboten ist Asbest seit 2004. Als Faustregel gilt: Bei Gebäuden, die vor 1990 errichtet oder umgebaut wurden, ist Asbest möglich. Spritzasbest wurde in Österreich schon 1978 verboten. Sicherheit gibt nur eine Materialprobe im Labor: Das Baujahr ist ein Hinweis, kein Nachweis.
Ist ein Eternitdach automatisch ein Asbestdach?
Nein. Eternit ist ein Markenname für Faserzement, kein Synonym für Asbest. Bis etwa 1990 war die Faser darin Asbest, seither wird Eternit asbestfrei produziert. Entscheidend ist also das Verlegejahr, nicht das Material. Neuere Platten tragen auf der Unterseite oft ein Datum oder die Kennzeichnung „NT“ für die asbestfreie Rezeptur.
Wie erkenne ich, ob mein Dach Asbest enthält?
Mit freiem Auge gar nicht: Asbestfasern sind unsichtbar, und asbesthaltige und asbestfreie Faserzementplatten sehen gleich aus. Hinweise sind das Baujahr vor 1990 und eine fehlende Kennzeichnung auf der Plattenunterseite. Klarheit bringt nur eine Laboranalyse; Probennahme und Gutachten kosten etwa 100–800 €. Nehmen Sie die Probe nicht selbst: Beim Abbrechen eines Stücks werden genau die Fasern frei, um die es geht.
Taugen Asbest-Schnelltests aus dem Baumarkt?
Von Selbsttests ist abzuraten, nicht wegen des Labors, sondern wegen der Probennahme. Um das Material zu beproben, muss ein Stück herausgebrochen werden, und genau dabei entsteht die Faserfreisetzung, die man vermeiden will. Wer eine Probe nehmen lässt, bekommt sie fachgerecht entnommen und nach VDI 3866 ausgewertet.
Regeln und Zuständigkeit
Muss ich ein intaktes Asbestdach entfernen lassen?
Eine allgemeine Pflicht, unbeschädigtes fest gebundenes Material sofort zu entfernen, gibt es nicht. Solange es intakt bleibt und nicht bearbeitet wird, gibt es kaum Fasern ab. Handlungsbedarf entsteht, sobald das Material beschädigt, verwittert oder im Zuge eines Umbaus berührt wird. Was im Einzelfall gilt, hängt vom Bundesland und vom Bauvorhaben ab. Im Zweifel bei der Baubehörde nachfragen.
Darf ich Asbest in Österreich selbst entfernen?
Sobald Sie jemanden mit der Arbeit beauftragen, muss der Betrieb auf der Liste der ermächtigten Unternehmen der Arbeitsinspektion stehen. Seit 31.03.2026 darf sonst niemand mehr Asbestarbeiten durchführen. Arbeiten Sie allein und ohne Beschäftigte am eigenen Haus, greift dieses Arbeitnehmerschutzrecht nicht: Für Sie gilt stattdessen das Abfallrecht, das staubfreies, gesundheitsschonendes Arbeiten verlangt. Ein Gesetz, das Eigenleistung ausdrücklich erlaubt, gibt es aber nicht, und sobald jemand mithilft, ist unklar, ob das Arbeitgeberpflichten auslöst. Unterschiedlich ist von Bundesland zu Bundesland nicht die Erlaubnis, sondern nur, wo und zu welchen Bedingungen Sie die Platten abgeben dürfen. Von Eigenleistung ist ohne Schutzausrüstung und Sachkunde abzuraten: Asbestfasern sind unsichtbar, und die Erkrankungen treten erst Jahrzehnte später auf.
Woran erkenne ich einen ermächtigten Betrieb?
In Österreich daran, dass er in der Liste der ermächtigten Unternehmen der Arbeitsinspektion steht: Das ist eine amtliche Liste, keine Selbstauskunft. Alle Betriebe in diesem Verzeichnis stammen aus genau dieser Liste. In Deutschland gibt es kein bundesweites Register; dort weisen Betriebe ihre Sachkunde nach TRGS 519 nach.
Kosten
Was kostet es, ein Asbestdach entsorgen zu lassen?
In Österreich liegen die Preise für die Entsorgung bei etwa 20–30 €/m², bei Beauftragung eines Fachbetriebs inklusive Schutzmaßnahmen bei 25–50 €/m². Für das Dach eines Einfamilienhauses mit 100–150 m² ergeben sich inklusive Gerüst und Entsorgung meist 5.000–15.000 € gesamt.
Was kostet die Entsorgung von Eternitplatten?
Die Deponiegebühr liegt je nach Anlage bei etwa 78 bis 265 € pro Tonne. Dazu kommt die vorgeschriebene Verpackung in Big Bags mit rund 8–10 €/m². Die Entsorgung ist damit meist der kleinere Kostenblock. Der größere Teil entfällt auf Arbeitsleistung und Schutzmaßnahmen.
Warum ist Spritzasbest so viel teurer als ein Eternitdach?
Eternit ist fest im Zement gebunden, die Fasern werden erst beim Zerbrechen frei. Spritzasbest, asbesthaltige Putze und Dämmungen geben Fasern dagegen schon bei Erschütterung ab. Deshalb braucht es dort eine abgeschottete Baustelle mit Unterdruckhaltung, Schleusen und Freimessung. Das kann bis 350 €/m² kosten, während ein Dach bei 20–50 €/m² liegt.
Entsorgung
Wohin mit asbesthaltigem Abfall?
Asbest ist gefährlicher Abfall und darf nur auf dafür zugelassenen Deponien abgelagert werden. Er muss staubdicht verpackt transportiert werden, üblich sind Big Bags. Die Deponiegebühr liegt je nach Anlage bei etwa 78 bis 265 € pro Tonne. Welche Übernahmestelle in Ihrer Nähe zuständig ist, weiß der beauftragte Fachbetrieb. Er übernimmt die Entsorgung in aller Regel mit.
Kann ich Asbestplatten zum Altstoffsammelzentrum bringen?
Das ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Manche Sammelzentren nehmen kleine Mengen fest gebundenen Asbest in verschlossenen Big Bags an, andere gar nicht. Unverpackt wird nirgends etwas angenommen. Fragen Sie vor der Fahrt bei Ihrer Gemeinde nach, und brechen Sie die Platten nicht klein, damit sie in den Kofferraum passen.
Gesundheit
Wie gefährlich ist ein Asbestdach über meinem Kopf?
Ein intaktes, fest gebundenes Asbestdach gibt im Alltag kaum Fasern ab. Die Gefahr entsteht durch Bearbeitung und Verwitterung, nicht durch bloßes Vorhandensein. Kritisch sind Flexen, Bohren, Hochdruckreinigen und stark vermooste, aufgeraute Platten. Wer nichts daran macht, hat kein akutes Problem; wer renoviert, sollte vorher wissen, was verbaut ist.
Ablauf einer Sanierung
Wie läuft eine Asbestsanierung ab?
Zuerst wird geklärt, ob und welcher Asbest verbaut ist (Materialprobe). Dann meldet der Betrieb die Arbeiten an, sichert den Bereich und trägt das Material möglichst zerstörungsfrei ab. Es wird direkt vor Ort staubdicht verpackt und auf eine zugelassene Deponie gebracht. Bei Arbeiten im Innenraum kommt eine abgeschottete Baustelle dazu und am Ende eine Freimessung der Raumluft.
Wie lange dauert das?
Ein überschaubares Dach ist oft in ein bis drei Tagen abgetragen, dazu kommen Gerüstauf- und -abbau. Innenraumsanierungen dauern länger, weil die Abschottung aufgebaut und am Ende freigemessen werden muss. Verlässlich sagt das nur der Betrieb nach der Besichtigung. Die Bandbreite zwischen zwei Objekten ist zu groß für eine pauschale Antwort.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben einmal. Wir bieten die Anfrage ermächtigten Betrieben in Ihrer Region an, zuerst ohne Ihre Kontaktdaten. Wer sie übernimmt, meldet sich direkt bei Ihnen, meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Für Sie kostenlos und unverbindlich.
Kostenratgeber
Preistabellen nach Bauteil und was ganze Projekte kosten.
Glossar
Eternit, Floor-Flex, Freimessung, TRGS 519: kurz erklärt.
Allgemeine Informationen, keine Rechtsauskunft. Was im Einzelfall gilt, hängt vom Bundesland, vom Gebäude und vom Bauvorhaben ab.

