Asbestzementrohr
auch: Asbestrohr, Asbestrohre, Asbestzementrohre
Zuletzt aktualisiert am 23. September 2026
Rohre aus Asbestzement wurden für Trinkwasser, Abwasser und Lüftung verlegt und liegen vielerorts bis heute im Boden. Im eingebauten, unbeschädigten Zustand gelten sie als unbedenklich; kritisch wird es beim Zersägen, Aufbrechen oder Anbohren.
Das Rohr und seine Isolierung sind zwei verschiedene Dinge
Diese Unterscheidung wird oft übersehen, entscheidet aber über den ganzen Aufwand:
- Das Rohr selbst aus Asbestzement zählt zu den festgebundenen Produkten. Die Fasern sitzen im Zement.
- Eine asbesthaltige Rohrisolierung, etwa Mörtel zur Rohrisolation oder Dichtungsschnüre, führt die Arbeitsinspektion dagegen unter den schwachgebundenen Produkten. Sie gibt Fasern schon bei geringer Erschütterung ab.
Wer also ein altes Rohr freilegt, sollte nicht nur auf das Material des Rohrs schauen, sondern auch auf das, was darum gewickelt ist. Für schwach gebundenen Asbest gelten deutlich strengere Regeln, und ein Betrieb braucht dafür eine eigene behördliche Ermächtigung.
Trinkwasser aus Asbestzementleitungen
Für Trinkwasser gilt der über die Rohrwand aufgenommene Asbest nach heutigem Stand nicht als Gesundheitsrisiko. Der Grund liegt im Aufnahmeweg: Gefährlich ist die eingeatmete Faser, nicht die verschluckte. Das ist auch der Grund, warum bei Arbeiten an solchen Leitungen die Staubentwicklung im Mittelpunkt steht und nicht das Wasser.
Verwandte Begriffe
- Asbestzement
Asbestzement besteht aus rund 10 Prozent Asbestfasern und 90 Prozent Bindemittel. Er war die mit Abstand häufigste Asbestanwendung im Bau.
- Fest gebundener Asbest
Fest gebundener Asbest sitzt in einem harten Trägermaterial, meist Zement.
- Big Bag
Ein Big Bag ist der beschichtete Gewebesack, in dem asbesthaltiger Abfall staubdicht verpackt und zur Deponie gebracht wird. Die Verpackung ist vorgeschrieben.
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